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Tipps für Bahnreisen in Ungarn

Vorsicht Tarifdschungel infolge der Einführung des Schnellzugszuschlages ohne Zugbindung per 15. Mai 2013 und der noch komplizierteren Regeln für IC/EC-Verkehre. Ein Grund mehr für eine Klubkarte: mit VIP oder Prémium (wie BahnCard100) keinerlei Zuschläge, optionelle Gratis-Platzkarte; mit der Start Klubkarte (wie BahnCard50 oder Vorteilscard) keine Fernverkehrs-Zuschläge, nur der InterCity kommt teurer. Mit Balaton Mix keine Zuschläge auf den Plattensee-Uferbahnen.

Möchten Sie möglichst rasch und bequem ans Ziel? Wählen Sie EuroCity und InterCity Züge. Für Reisen über die ungarische Hauptstadt hinaus mag es günstiger sein, die Fahrkarte nur bis Budapest zu buchen und dort eine ungarische Fahrkarte samt Zuschlag für den InterCity zu lösen. Berücksichtigen Sie die Transferzeit (U-Bahn, Bus, Taxi), falls der Anschlusszug aus einem anderen Bahnhof abfährt. Bitte beachten Sie, dass EC/IC Züge und neuerdings leider auch alle anderen Fernverkehrszüge im Inlandsverkehr zuschlagspflichtig sind. Mit internationalem Ticket haben Sie es allerdings einfacher, nur für Inlands-InterCitys mit Reservierungspflicht muss eine Platzkarte gelöst werden. Am besten, Sie achten schon bei der Online-Planung auf den Zugtyp Ihrer Verbindung. Wegen der neuen komplizierten Zuschlagspreisen geben Sie beim Kauf eines Inlands-Fahrscheines am Schalter Abfahrtszeit, Reiseroute und ggf. den Namen des IC-Zuges bekannt, mangels Sprachkenntnis hilft Aufschreiben der genauen Route und Abfahrtszeit. Gratis fahrende Pensionisten und Inhaber ermäßigter Fahrscheine müssen ebenfalls ein Zuschlagsticket kaufen.

Legen Sie Wert auf Eisenbahnromantik und ein schlankes Urlaubsbudget? Dann liegen Sie bei den Nebenstrecken Ungarns genau richtig. Auf Normal- und Schmalspur durch Berg und Tal und quer durch die Puszta. Wo die Bahn nicht durchfährt, bringt Sie der Bus hin. (Leider sind die Umsteigeverbindungen nicht selten unter jeder Kritik. Die Bus-Bahn-Integration macht kaum Fortschritte und das Angebot im Eisenbahn-Regionalverkehr wurde stark ausgedünnt. Im Urlaub können Sie häufig Sightseeing oder ein Mittagessen einbauen, wo es ein Loch im Fahrplan gibt.)

Rechnen Sie damit: Das Durchschnittsalter des Rollmaterials liegt weit über dem westeuropäischen Niveau - trotz bereits getätigter Investitionen. Einige der Bahnhöfe aus der Zeit der Monarchie wurden vorbildlich renoviert und zwei-drei Hauptlinien modernisiert, aber noch viel zu viele Bahnhöfe und Stationen befinden sich in einem maroden Zustand. Etliche der oft weit über 100 Jahre alten Bahnlinien sind aufgrund der derzeitigen Verkehrspolitik und jahrelanger Verwahrlosung akut gefährdet. Die alten Waggons und Busse sind nicht klimatisiert. Bei heißem Wetter ist ratsam, zeitig in der Früh zu reisen; bei längeren Fahrten nehmen Sie zu Trinken mit. Im IC-Verkehr wurden im Juni 2012 sämtliche inländischen Speisewagen aus dem Verkehr gezogen. Im Winter sind die alten Waggons mangels geeignetem Thermostat oft überbeheizt, manchmal fällt die Heizung aus - die Zugbegleiter können nichts dafür. Wechseln Sie im letzteren Fall Wagen oder Abteil. Ist Ihnen heiß, hilft nur, das Fenster einen Spalt weit zu öffnen, oder wenigstens die Abteiltür. Bei Nachtfahrten erschwert häufig die mangelhafte Beschilderung und Beleuchtung der Stationen die Orientierung, oder die Fenster sind komplett beschlagen. Teilen Sie gegebenenfalls dem Schaffner oder einem ortskundigen Mitreisenden rechtzeitig mit, wo Sie aussteigen wollen, damit man Sie auf das Erreichen Ihres Reiseziels aufmerksam macht, und notieren Sie die genaue Ankunftszeit.

Das Bahnnetz ist ganz auf Budapest ausgerichtet, meistens kommt man am schnellsten über die Hauptstadt von A nach B. Im Jahr 1921 verlor Ungarn rund zwei Drittel seines Territoriums einschließlich der äußeren Eisenbahnringe zwischen den Großstädten und ländlichen Regionen des Königreichs. Leider wurden die abgeschnittenen oder reduzierten Bahnverbindungen über die Grenze kaum noch wiederhergestellt, etliche Übergänge wurden sogar jüngst eingestellt. Darum ist es nur an wenigen Stellen möglich bzw. sinnvoll, eine Verbindung über die Slowakei, Rumänien oder Serbien zu wählen.

Die wichtigsten Tarifregeln, Zuschläge und Ermäßigungen im Inlandsverkehr:
* Der Basistarif (Vollpreis) gilt für alle Reisende von 14 bis 65, die zu keiner Ermäßigung berechtigt sind. Die kleinste Tarifstufe ist 10km, die größte 500km. Dazwischen wird es bis 50km alle 5km teurer, bis 100km alle 10km, dann bis 300 alle 20km und darüber alle 50km. Bei 500 bleibt der Kilometerzähler stehen und eine zusammenhängende Bahnfahrt wird höchstens dann noch teurer, wenn sie die Netzgrenze von Raaberbahn und MÁV überschreitet und die beiden Strecken separat berechnet werden.
* Kinder von 0-6 und EU-Bürger über 65 fahren gratis bzw. müssen nur die Zuschläge zahlen. Darüber hinaus gibt es für Pensionisten keine allgemeine Ermäßigung. (In Ungarn pensionsberechtigte Personen und öffentliche Bedienstete erhalten ein abzustempelndes Formular für eine begrenzte Zahl ermäßigter Fahrten.)
* 33% ermäßigt: 1-2 Erwachsene in Begleitung von mindestens 1 Kind unter 18, Jugendliche unter 26 nur von Freitag bis Sonntag.
* 50% ermäßigt: Kinder von 6 bis 14, Schüler und Studenten mit entsprechendem Ausweis (z.B. ISIC-Ausweise werden nicht akzeptiert) fahren zum halben Preis; etwaige Zuschläge sind voll zu entrichten. Bitte Studentenausweis beim Fahrkartenkauf vorweisen.
* 90% ermäßigt: Behinderte und 1 Begleiter, Großfamilien (1-2 Eltern in Begleitung von mindestens 3 eigenen Kindern)
* Gruppentarife gibt es derzeit nur ab 10 Personen: Je mehr Reisende, umso billiger (20-50%).
* Der InterCity Zuschlag beinhaltet in der Regel auch den Preis der Pflicht-Platzreservierung. Neuerdings wird der Zuschlag in Kilometerstufen berechnet und ist zu den Reisespitzen sowie am Gültigkeitstag teurer (am Günstigsten im Vorverkauf Mo-Do auf kürzeren Strecken).
* Seit Frühsommer 2013 wird auch ein Zuschlag auf sonstige Fernverkehre eingehoben, der sich mit dem Preis des IC-Zuschlags ohne Platzreservierung deckt. Es handelt sich de facto um eine Tariferhöhung, ohne in der Vorwahlzeit den Basistarif zu erhöhen. Es gibt keine klare Grenze zwischen Fern- und Regionalverkehren, so wurden einfach die meisten Fernverkehrszüge zuschlagspflichtig gemacht und einige aus diversen Überlegungen davon ausgenommen. Typischer Weise sind zuschlagspflichtige Fernverkehrszüge auf Strecken über 100km durch zwei oder mehrere Komitate unterwegs, die meisten nach Budapest. Zuschlagspflichtige Züge sind weder auf den Waggons noch auf der Bahnsteiganzeige als solche gekennzeichnet, man kann sich nur auf das P-Zeichen im Fahrplan, auf die Durchsagen und Informationen der Bahnbediensteten verlassen. Auf etlichen Strecken fahren Regional- und Fernzüge stundenweise abwechselnd nach demselben Taktfahrplan, dadurch erhält man die identische Leistung abwechselnd mit und ohne Zuschlag.
– Keine Zugbindung, Platzreservierung nicht möglich.
– Gilt nicht im internationalen Reiseverkehr (keine Zuschlagspflicht mit internationaler Fahrkarte, InterRail)
– Gilt auch für Reisende unter 6 Jahren und EU-Bürger über 65, für diese beide Gruppen gibt es Zuschlags-Monatskarten (1500,- HUF).
– Inhaber von MÁV-START Klubkarten (Bahncards) ausgenommen.
– Gilt auch für Fernverkehrszüge im Vorstadt- und Stadtbereich Budapest, Pendler können eine Monats-Zuschlagskarte (6000,- HUF) oder eine Start Klubkarte kaufen.
– Mit "Balaton Mix" können an den gewählten Tagen die Fernverkehrszüge der Plattensee-Uferbahnen zuschlagsfrei genutzt werden, fülr die 50% ermäßigte An- und Rückfahrt müssen etwaige Zuschläge gekauft werden.
Tabelle der Zuschläge (links Fernverkehrs-Zuschlag ohne Sitzplatzreservierung, Mitte IC-Zuschlag mit Sitzreservierung werktags im Vorverkauf, rechts IC-Zuschlag zu den Spitzenzeiten bzw. am Reisetag gelöst oder telefonisch bestellt)

Im Zusammenhang mit der Einführung bzw. Verteuerung der Zuschläge wurden vom Ministerium auch einige Zugeständnisse gemacht:
* Fahrkarten auf 15 Nebenstrecken um 15% billiger. Karte und Liste der ermäßigten Strecken, gilt nur auf den ermäßigten Strecken, vorerst nur im Zug erhältlich. Bei Fahrten über diese Strecken hinaus kann man wählen zwischen Stückeln oder Basistarif für die ganze Fahrt (minimale Preisunterschiede).
* 3% Ermäßigung für Online-Tickets
* Kostenlose Zugfahrt in Budapest für 50% Start Klub-Karteninhaber

Eisenbahnkarte Ungarn
Eisenbahnkarte Ungarn, nur Knotenpunkte ohne Haltestellen, aber Streckenarten genau definiert. Auch Karten benachbarter Streckennetze!

Typisches Rollmaterial:
Bzmot Triebwagen (Tatra, Studenka, Tschechoslowakei - dominieren derzeit den ländlichen Raum, den Spitznamen "Piroska" (Rotkäppchen) teilten sie mit den MDmot Zügen)
Siemens DESIRO (v.a. Budapest-Esztergom)
Talent Vorstadtzug von Bombardier
FLIRT Vorstadtzug in Győr und in Sárbogárd mit Veteran Btx016
BDVmot elektrischer Triebwagenzug (made in Hungary, v.a. im Großraum Budapest)
Siemens TAURUS E-Lok (Spitzname: Teknős/Schildkröte) mit InterCity Claudius aus GySEV- und MÁV-Waggons
Bombardier TRAXX E-Lok | TRAXX mit grün-gelbem Raaberbahn-Zug M41 "Csörgő/Rassel" ist die häufigste Dieselok Ungarns - ein paar stimmungsvolle Bilder mit Personenzügen aus Nordungarn
"Uzsgyi" oder "Tégla/Ziegel" Bpmot Triebwagenzüge (Metrovagonmas, Russland - geliefert als Kompensation für sowjetische Schulden, verkehren z.B. von Hatvan nach Salgótarján und in Südungarn)
Triebwagen(züge) in Ungarn (Hauptkategorien Diesel + elektrisch, Beschreibungen auf Ungarisch)

Youtube zum Thema

Magyar vonatok (2010)
Züge in Ungarn (Music by Edda, 2007-09)
Züge in Ungarn
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züge in ungarn 1 (ohne Musik, Originalgeräusche; 2009-10)
züge in ungarn 2
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Vatican Railways by Hungary, Poland and Sweden (2011)