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Die Fläche halten Für einen öffentlichen Nahverkehr mit Zukunft - für die Zukunft

In Ungarn wurde Ende 2009 auf zahlreichen Nebenstrecken der Verkehr eingestellt. Ende November machten einige Bahnfreunde noch einmal innerhalb der Grenzen Ungarns die Non-Stop-Runde mit dem Zug. Die Tour de Hongrie möchte aufzeigen, dass der Rückzug aus der Fläche keine Zukunftsperspektive darstellt und wie der Verkehr "in der Fläche" in den neuen EU-Ländern nachhaltig gemacht werden kann, was vordringlich ist, da in diesem Großraum trotz deutlich niedrigerem Motorisierungsgrad der Anteil der Öffentlichen am Modal Split dramatisch im Sinken begriffen ist. Das internationale Interesse macht deutlich: Derartige Entscheidungen sind nicht nur eine regionale oder nationale Angelegenheit. Ein dichtes und besser gewartetes Schienennetz steht im Interesse Europas, und in der Karpatenregion geht es auch um die grenzüberschreitenden Verbindungen, damit wieder zusammenwächst, was zueinander gehört.

Die Unterzeichneten – Fachverbände, Organisationen, Firmen und Privatpersonen – stellen fest: Die Stilllegungen sind eine kontraproduktive Maßnahme, die in dieser Form und zu diesem Zeitpunkt mit einer tatsächlichen Reform des Bahnwesens nur dem Anschein nach zu tun hat. Wir sprechen uns für effektiven Fortschritt im regionalen Verkehrswesen aus, für Erneuerung und für eine langfristige Verkehrspolitik, die diese Bezeichnung verdient. Ein Zurückschneiden des Schienennetzes derartigen Ausmaßes ist gleichzeitig eine symbolträchtige, und vom Eisenbahnbetrieb sowie von der Nachhaltigkeit her betrachtet eine kritische Angelegenheit. Die Bahn ist ein komplexes System und seitens der MÁV und des Verkehrsministeriums mangelt es an Transparenz. Trotzdem ist schon aufgrund der begrenzten Informationen und unter den gegebenen Umständen abzusehen: Die Maßnahme beschert dem Staatshaushalt unter dem Strich schon mittelfristig einen Verlust. Dort, wo es tatsächlich ein Sparpotenzial gibt, traut man sich nicht darüber, nötigenfalls auch entgegen der Partikulärinteressen systematisch für Ordnung und Effizienz zu sorgen. So wurden dieser Tage praktisch sämtliche angekündigten einschlägigen Maßnahmen in die Verantwortung der nächsten Regierung überwiesen. Nur durch ein realistisches Programm der Restrukturierung und Entwicklung kann beim Modal Split eine Trendumkehr erreicht werden, wodurch gleichzeitig Arbeitsplätze im Bereich ÖPNV erhalten und geschaffen werden können.

Viele Nebenstrecken wurden seit Jahrzehnten vernachlässigt und es ist praktisch den pflichtbewussten Eisenbahnern zu verdanken, dass die Züge überhaupt noch fahren. Es kann nicht angehen, dass über das Schicksal regional und teils überregional bedeutender Bahnstrecken ausgehend vom derzeitigen Zustand entschieden wird, ohne eine umsichtige Prüfung des Verkehrspotenzials für den Fall der Erneuerung und ohne zuvor die historischen Altlasten der Bahn zu sanieren. Befragt man die Menschen, stellt sich heraus: Viele können sich durchaus vorstellen, die Bahn zu wählen, gäbe es einen brauchbaren Fahrplan und niveauvolle Verkehrsdienstleistungen.

Wir treten dafür ein, die Entwicklung des Regionalverkehrs in den nächsten Regierungszyklen zu einer der obersten Prioritäten zu machen, um in diesem Rahmen eine sinnvolle Integration unter Berücksichtigung der gesamten Mobilitätskette zu erreichen. Darum befürworten wir die Bestrebung, dass die nächste Regierung den Personenverkehr auf jetzt stillgelegten Strecken überall wo möglich und sinnvoll wieder aufnimmt, einschließlich der 2007 stillgelegten Strecken. Wir fordern den gesetzlichen Rahmen für die Schaffung von Verkehrsverbünden und die Sicherstellung der langfristigen Finanzierung der erforderlichen Infrastrukturmaßnahmen aufgrund einer fachlich einwandfreien Verkehrsplanung ein. All dies ist notwendig im Interesse des Umweltschutzes und der Schonung des Straßennetzes, der Verkehrssicherheit und des Klimaschutzes, eines ausgewogeneren Verhältnisses zwischen der Zentralregion und der Peripherie, sowie nicht zuletzt angesichts der drohenden Energiekrise.

Ort: Stadt, Land, Schiene im November 2009

Wer sich mit den Ungarn solidarisch erklären will: bitte kurze Mitteilung (Organisation-Homepage, Vertretungsberechtigter; Name, Land-Wohnort, Beruf evtl. Homepage) an vasut at kteam hu
Unterzeichner: siehe ungarischer Wortlaut.