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Tour de Hongrie Ticket nach Europa für die ungarischen Nebenbahnen

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Die Situation: Die Regierung hat beschlossen, per 14. Dezember 2009 den Personenverkehr auf 26 ungarischen Nebenbahnen komplett und auf einer weiteren kurzen Teilstrecke wochentags einzustellen. Im März 2007 ereilte dieses Schicksal bereits 14 Strecken. Der Sachpolitiker und Ex-Verkehrsminister der Oppositionspartei Fidesz betont, im Fall der (wahrscheinlichen) Regierungsbildung 2010 jene Strecken wieder in Betrieb nehmen zu wollen, wo dies "technisch möglich" ist. Die derzeitige Regierung sieht die Regionalisierung des ÖPNV vor, ohne konkrete Schritte für die Umsetzung einzuleiten, und beginnt mit einem 'Kahlschlag' bei der Bahn zugunsten des Busverkehrs (de facto vor allem zu Gunsten des Individualverkehrs). Mit der Bildung privater Betreibergesellschaften für Regionalbahnen ist kurzfristig ebenso wenig zu rechnen wie mit der angestrebten Übernahme des westlichen Netzes durch die Raaberbahn, mittelfristig könnte beides aktuell werden, die federführenden Sachpolitiker der mutmaßlichen nächsten Regierung gehen aber derzeit von einer kompletten Neuauflage der Staatsbahnen aus.
Im Lauf der Jahre sind vor allem die desolaten Nebenbahnen bei der Bevölkerung als Inbegriff der (oft fahrlässig bis absichtlichen) Misswirtschaft in Verruf geraten. Zustand und Auslastung der Bahnen ist unterschiedlich, bleibt aber in jeder Beziehung hinter dem westeuropäischen Durchschnitt zurück. Die Sanierung oder Auslagerung aus den Staatsbahnen wäre eine Herausforderung ersten Ranges. Obwohl die Staatsbahnen mit Mangelwirtschaft und ungetilgten 'historischen Schulden' zu kämpfen haben, nehmen Politiker die MÁV als "Fass ohne Boden" wahr, als Quelle von Frustration und Misserfolgen (im Gegensatz etwa zur ebenfalls staatlichen GYSEV).

Der Plan: Wir reisen mit der Bahn der Grenze entlang rund um Ungarn. Auch hier wohnende Ausländer und ausländische Bahnfreunde sind zur Teilnahme eingeladen, rundherum oder streckenweise. Dadurch soll die internationale Dimension solcher Entscheidungen veranschaulicht werden (Stichworte: Tourismus, EU-Integration und europaweites Schienennetz, Klima, Umwelt, Energiekrise, grenzüberschreitende Euro-Regionen und die längst fällige Normalisierung im grenzüberschreitenden Verkehr der ehemaligen Ostblockstaaten). Schön wäre, würden alle eine Fahne mitbringen oder sonstige visuelle Sachen, die dazu passen und leicht mitzunehmen sind. Online-Wettmöglichkeit mit Gewinnspiel: wer schätzt am besten, wie viele Minuten wir genau unterwegs sind, wie oft wir umsteigen usw.? Unterwegs Treffen mit der Einwohnerschaft, mit Journalisten und Mitreisenden. Selbstverständlich können alle ein Stück mitfahren, die sich mit der Aktion identifizieren und sich das einrichten können.

Das Ziel: Stärkung des öffentlichen Bewusstseins, nicht nur für die evidenten Probleme der Regionalbahnen, sondern vor allem für die Lösungsansätze - vernüftige Fahrpläne, Wiederherstellung des grenzüberschreitenden Regionalverkehrs in die nahen Großstädte, Erneuerung desolater Strecken, Verkehrsverbünde und last but not least, zeitgemäßes Rollmaterial. Das Online-Spiel regt die Teilnehmer an, sich mit der Eisenbahnkarte, dem Fahrplan und der Allianz-Broschüre Stadt, Land, Schiene auseinanderzusetzen, wodurch sie sich Gedanken über die Verkehrsthematik machen. Natürlich möchten wir dazu anregen, vermehrt mit dem Zug statt mit dem PKW zu reisen, und erinnern auch an die Klimaziele, die sozialen und volkswirtschaftlichen Aspekte des Eisenbahnverkehrs. Nach unzähligen Negativmeldungen möchten wir wieder einmal ein positives Zeichen im Zusammenhang mit den Nebenbahnen setzen.

Die Route: mit den ungarischen Staatsbahnen möglichst nahe an der Grenze, einschließlich sämtlicher Zweigbahnen ohne internationale Anbindung. Die Reise nimmt mehrere Tage in Anspruch, Fahrplan auf Anfrage. Abfahrt (24. November 13:02 Uhr) und Ankunft ist in Csorna unweit der österreichischen Grenze geplant. Hier steht (abgesehen von der fehlenden Verbindung Győr-Bratislava) das Konzept einer Flügel- und Rundbahn für den Vorstadtverkehr Győr im Mittelpunkt.

Für Teilnehmer:
+ Das wird keine Luxusreise! Aber trotz gewissen Strapazen eine überwiegend angenehme und sehr faszinierende Erfahrung. Aufgrund des "Reiseziels" der Aktion und wegen dem Online-Spiel fahren wir grundsätzlich immer mit dem nächsten Zug weiter. Die Eigenarten des Fahrplanes verkürzen oder verlängern teils die Nachtruhe, bzw. ermöglichen etwas Sightseeing, Abstecher in Kleingruppen, Mittagspausen und vor allem Möglichkeiten für Begegnung untereinander und mit den Ortsansäßigen. Aufgrund der "haarsträubenden" Höchstgeschwindigkeiten verschlingen die Zweigbahnen recht viel Zeit. Das Rollmaterial ist unterschiedlich - von nostalgieverdächtig bis Desiro und Flirt -, in der Regel vernünftig gewartet und beheizt. Die Route führt durch ärmliche Gegenden mit gastfreundlichen Leuten, die sich schon auf unseren Besuch freuen, und durch einige der schönsten Gegenden Ungarns. Vom Zug aus merkt man erst, wie lebendig selbst die Große Tiefebene ist.
+ Leider hat die MÁV den Vertrieb der Touristen-Netzkarte eingestellt. Bei Wohnsitz außerhalb Ungarns ist eine InterRail-Karte zu empfehlen (für 8 Tage inkl. Anreise, oder je nach Dauer der Mitreise). Für Teilnehmer mit Hauptwohnsitz in Ungarn 33% ermäßigt mit Hungary Card, Vollpreis oder persönlich verfügbare Ermäßigung. Eventuell lässt sich die eine oder andere MÁV PrémiumCard ausborgen.
+ Anreise aus (süd/nord)westlicher Richtung am 24. November nach Csorna über Hegyeshalom (Abf. 11:11), Sopron (Abf. 10:00, 11:40) oder Fertőszentmiklós (Abf. 10:19, 12:02).
+ Wer nur eine Teilstrecke mitfahren möchte: bitte um Angabe des möglichen Datums, ich schicke den Fahrplan und wir stimmen den Treffpunkt ab (der geplante Fahrplan ist wegen dem Spiel nicht öffentlich). Nach Abschluss des Spiels wird der geplante Fahrplan publik und es kann voraussichtlich auf dieser Homepage 'real time' mitverfolgt werden, wo wir tatsächlich sind. Handy +36-20 37 090 37.
+ Unterkunft ca. HUF 500-2.500/Nacht, außer wir werden eingeladen. Aufgrund der Anmeldungen und Quartierwünsche organisiere ich die Unterkünfte. Sollten wir ein- oder mehrmals den Anschlusszug verpassen, muss improvisiert werden, worauf ich mich entsprechend vorbereite.

Reisegepäck:
- Kleidung (einzelne Stücke evtl. unterwegs ausspülen)
- Jacke mit Kapuze oder leichter Regenmantel (bei Regenwetter für Spaziergänge im Bahnhofsumfeld und zu den Quartieren, bzw. in Szeged über die Theiß anstelle der fehlenden Eisenbahnbrücke)
- Körperpflege
- mindestens eine FAHNE pro Land wäre eine runde Sache
- eventuell: Spiele, Instrumente, Lesestoff, Fotos, 1-2 leichte, kleine, unzerbrechliche Geschenke für nette Leute
- Schlafsack und Unterlage (sicherheitshalber, falls wir wegen Zugsverspätung eine Notunterkunft z.B. Klassenzimmer in Anspruch nehmen müssen)
- gute Laune ;-) - EU Health Insurance Card und/oder Reiseversicherung

Ja, ich komme mit!
Bitte folgende Daten an ujember at kajata hu schicken:
+ Name, Telefonnummern (Herkunftsland falls nicht eindeutig)
+ Ich fahre rundherum mit / ich kann vom x. bis y. (Datum) mitfahren (Abfahrt: 24. Nov. + einige Tage - Teilnehmer bekommen Fahrplan, Treffpunkt wird vereinbart!)
+ Bemerkungen, eventuell Quartierwunsch